Die meisten Nageldesignerinnen können dem Glanz und Glitzer neuer Nageldesign Produkte und deren schönen Verpackungen nur schwer widerstehen. Und seufz – es gibt schon wieder so viele neue wunderschöne saisonale Farben.

Nach und nach füllen sich Schubladen und Regale. Gleichzeitig kommen ständig neue, revolutionäre Aufbauprodukte und Techniken auf den Markt, die wir in kurzen Videos auf Social Media sehen und natürlich auch haben und testen möchten.

Oft bleibt es aber beim Testen. Im Studioalltag nehmen wir unser neues Produkt heraus, verarbeiten es so, wie wir es gesehen haben und da ist es … es funktioniert doch nicht wie «gesehen». Also packen wir es wieder in die Schublade.

Wegwerfen? Nein, geht nicht. Vielleicht habe ich es einfach noch nicht verstanden und ausserdem wäre es schade ums Geld.

Zu einem späteren Zeitpunkt stolpern wir wieder darüber und testen es erneut. Doch das Ergebnis bleibt dasselbe. Entweder wir werfen es irgendwann weg oder verstauen es erneut, und meistens bleibt es beim Zweiteren.

Dann wird das Rad wieder neu erfunden: Ein Gel, das man nicht feilen muss! Genial. Wir feilen sowieso nicht gerne und vielleicht machen sich bereits die ersten Schmerzen im Handgelenk oder in den Schultern bemerkbar. Und schon haben wir das nächste Produkt in der Schublade.

Mit der Zeit bemerken wir, dass es mit den Trends in unserer Branche ein bisschen wie in der Mode ist. Neuer Name, neue Verpackung, neuer Trend, aber nicht zwingend eine komplett neue Erfindung. In solchen Momenten können wir darüber schmunzeln, dass wir unsere Schubladenhüter noch haben.

Doch das eigentliche Problem besteht weiterhin: Wie zum Geier muss ich das Produkt richtig verarbeiten?

Immer wieder neue Produkte, brauchen wir sie wirklich?

Produzenten und Marken wissen längst, dass „neu“, Optik und Trends unsere Aufmerksamkeit bekommen. Doch ein gutes Produkt alleine macht noch keine gute Modellage. Entscheidend ist auch, zu verstehen, wie sich ein Material verhält und wie ich meine Technik daran anpasse.

Als Trainerin kann auch ich dir nicht auf jedes Produkt dieser Welt eine Antwort liefern. Aber durch meine langjährige Erfahrung habe ich bereits viele unterschiedliche Materialien verarbeitet und gelernt, dass nicht jedes Problem automatisch nach einem anderen Produkt verlangt.

Ich persönlich hatte zum Beispiel lange eine Hassliebe mit French Nägeln. Die Farbe war nicht die richtige, zu dick oder zu dünnflüssig, der Pinsel hinterliess Streifen, die Kante war verfranst und nicht scharf … dabei finde ich French Nägel wunderschön, zeitlos und edel.
Wenn eine Kundin French wünschte, wäre ich manchmal am liebsten im Erdboden versunken.

Ich habe mehrere einzelne Schulungen zum Thema French und Babyboomer besucht und mit der Zeit meine eigene Handschrift entwickelt. Nicht weil ich irgendwann das eine magische Produkt gefunden habe, sondern weil ich gelernt habe, unterschiedliche Produkte zu verstehen, meine Technik anzupassen und herauszufinden, was für mich funktioniert.

Mein Fazit

Vielleicht sollten wir nicht sofort nach dem nächsten Produkt suchen, sondern zuerst herausfinden, warum es mit dem vorhandenen nicht funktioniert. Denn manchmal braucht es kein neues Gel sondern nur einen anderen Blick auf die eigene Technik.


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Explore More

Warum eine Ausbildung, wenn es YouTube & Instagram gibt?

Viele starten heute mit Tutorials auf YouTube oder Instagram, statt mit einer fundierten Beauty Ausbildung. Die Videos sind schnell, inspirierend und wirken einfach. Doch zwischen „anschauen“ und „beherrschen“ liegt ein

Ich habe bereits Erfahrung!

Reicht Erfahrung im Nageldesign wirklich? Diesen Satz höre ich immer wieder. Oder besser gesagt: Ich höre ihn indirekt. Oft erzählen mir Neukundinnen von ihrer früheren Nageldesignerin. «Sie macht das schon